Checkliste · Stand Oktober 2026 · 20 Punkte · 4 Abläufe

KI-Check für Schulen

Eine Checkliste für Schulleitungen. Zu jedem Punkt gibt es Beispiele aus dem Schulalltag und die Referenz dazu. Haken Sie ab, was bei Ihnen schon läuft. Unten finden Sie vier Abläufe zum Übernehmen.

1Führung und Haltung

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  1. Beispiel

    • Eine Lehrperson übernimmt die KI-Koordination, zum Beispiel mit 5 % Pensum.
    • Sie bildet mit Schulleitung und ICT-Verantwortlichen eine Steuergruppe, die sich einmal im Monat trifft.
    • Das Kollegium weiss, an wen es sich mit Fragen wendet.

    ReferenzUNESCO, The algorithm in the room (Sept. 2026): Die erste von sechs Leitfragen lautet, wer Handlungsmacht, Autonomie und Aufsicht behält.

  2. Beispiel

    • Die Schulkonferenz verabschiedet eine Seite «So nutzen wir KI».
    • Darin steht zum Beispiel: KI hilft beim Üben und Vorbereiten. Noten, Gespräche und Entscheide über Lernende machen Menschen.
    • Die Seite hängt im Lehrerzimmer, steht auf der Website und kommt an den Elternabend.

    ReferenzEU/OECD, KI-Kompetenzrahmen AILit (Juni 2026): Urteil, Fürsorge und Beziehung bleiben beim Menschen.

  3. Beispiel

    • Die Steuergruppe spielt zwei Fälle durch: «In zwei Jahren löst KI jede Hausaufgabe» und «KI bleibt ungefähr wie heute».
    • Wo eine Regel in einem der beiden Fälle kippt, passen wir sie an.

    ReferenzUK Government Office for Science, AI Scenarios 2030 (Juni 2026): Die britische Regierung prüft ihre Politik an fünf Szenarien, von «Slow Burn» bis «Take-Off».

  4. Beispiel

    • Fester Termin in der letzten Konferenz vor den Ferien, siehe Ablauf D.
    • Ergebnis: drei Punkte fürs nächste Semester, je mit Name und Termin.

    ReferenzUK Government Office for Science (Juni 2026): Auch im langsamsten Szenario übernimmt KI bis 2030 Routineaufgaben.

2Lehrpersonen befähigen

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  1. Beispiel

    • Ein halber SCHILW-Tag pro Jahr: eine Stunde Grundlagen, zwei Stunden Ausprobieren mit eigenem Unterrichtsmaterial.
    • Neue Lehrpersonen holen die Schulung in der Einführung nach.

    ReferenzUN-Wissenschaftsgremium für KI, Preliminary Report (Juli 2026): Stand 2024 sind rund 40 % der Lehrpersonen geschult. Häufigste Hürde: Wissen und Können.

  2. Beispiel

    • 15 Minuten «KI-Fundstück» an jeder zweiten Teamsitzung: Eine Lehrperson zeigt, was im Unterricht funktioniert hat.
    • Gute Beispiele kommen in einen gemeinsamen Ordner, sortiert nach Fach und Stufe.

    ReferenzUN-Wissenschaftsgremium für KI (Juli 2026): Gewinne entstehen dort, wo Lehrpersonen gut vorbereitet sind.

  3. Beispiel

    • Die Fachschaften ordnen ihre Themen den vier Bereichen von AILit zu: KI nutzen, mit KI gestalten, KI steuern, KI mitgestalten.
    • An der Volksschule passt das zum Modul Medien und Informatik im Lehrplan 21.

    ReferenzEU/OECD, AILit (Juni 2026). PISA 2029 misst Medien- und KI-Kompetenz.

  4. Beispiel

    • Sekretariat und Schulleitung testen KI drei Monate lang für drei Aufgaben, zum Beispiel Elternbriefe entwerfen, Protokolle zusammenfassen, Anlässe planen.
    • Gearbeitet wird mit anonymisierten Daten.
    • Danach entscheiden wir, was bleibt.

    ReferenzEdTech Hub, AI and Education Systems in 2035 (Juli 2025): Fachleute setzen die Entlastung von Bürokratie auf den letzten von fünf Plätzen.

3Klare Regeln setzen

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  1. Beispiel

    • Ampel auf jedem Auftrag: Grün heisst KI frei nutzbar. Gelb heisst KI erlaubt, Einsatz angeben. Rot heisst reine Eigenleistung.
    • Bei Gelb schreiben die Lernenden zwei Sätze dazu: welches Tool, wofür.

    ReferenzSBFI/EDK, PISA 2025 (Sept. 2026): Jugendliche in der Schweiz nutzen KI für die Schule signifikant häufiger als der OECD-Schnitt. UN-Bericht (Juli 2026): Nur die Hälfte der befragten Schulen regelt den Einsatz.

  2. Beispiel

    • Auf jedem Prüfungsblatt steht, welche Hilfsmittel erlaubt sind.
    • Nach schriftlichen Arbeiten ein kurzes Gespräch: Die Lernenden erklären zwei Stellen ihrer Arbeit.
    • Das Vorgehen steht in Ablauf B.

    ReferenzUN-Wissenschaftsgremium für KI (Juli 2026), Feldexperiment Türkei: Mit Chatbot stieg die Übungsleistung, im späteren Test lag die Gruppe zurück. Die Forschenden sprechen von «Illusion von Kompetenz».

  3. Beispiel

    • Pro Tool: Zweck, Altersgrenze, Datum der Datenschutzprüfung, Freigabe durch wen.
    • Namen, Noten und Gesundheitsdaten von Lernenden kommen nur in freigegebene Systeme.
    • Der Speicherort zählt: Anbieter mit Rechenzentren in der Schweiz vereinfachen den Datenschutz, zum Beispiel Infomaniak mit kSuite und dem KI-Assistenten Euria.
    • Neue Tools laufen über Ablauf A.

    ReferenzDatenschutzgesetz und kantonale Vorgaben. educa erarbeitet für EDK und SBFI eine Datennutzungspolitik für Volksschule und Sekundarstufe II (Bericht Sept. 2025). Infomaniak betreibt Euria nach eigenen Angaben ausschliesslich auf Servern in der Schweiz.

  4. Beispiel

    • Zulassung, Noten und Promotion entscheiden Lehrperson oder Schulleitung. KI darf Entwürfe liefern, die Begründung schreibt ein Mensch.
    • Programme, die Gefühle aus Gesicht oder Stimme lesen, sind bei uns tabu.

    ReferenzEU AI Act, Anhang III und Art. 5: KI für Zulassung, Bewertung und Prüfungsaufsicht gilt ab 2.12.2027 als Hochrisiko. Emotionserkennung in Bildungseinrichtungen ist seit 2.2.2025 verboten.

4KI didaktisch gestalten

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  1. Beispiel

    • Für Übungsphasen ein gemeinsamer Auftrag an die KI, zum Beispiel: «Gib mir Hinweise und stell mir Rückfragen. Die Lösung erarbeite ich selbst.»
    • Die Lehrperson zeigt den Auftrag zu Beginn und hängt ihn im Schulzimmer auf.

    ReferenzUN-Wissenschaftsgremium für KI (Juli 2026), Feldexperiment Türkei mit fast 1000 Jugendlichen: Übungsleistung +127 % mit Hinweis-Tutor, +48 % mit gewöhnlichem Chatbot.

  2. Beispiel

    • Zwei bis drei Wochen nach einer Übungsphase mit KI folgt eine kurze Lernkontrolle auf Papier.
    • Die Ergebnisse besprechen wir in der Fachschaft.

    ReferenzGleiche Studie: Im späteren Test lag die Chatbot-Gruppe hinter der Vergleichsgruppe.

  3. Beispiel

    • Statt «Schreibe einen Aufsatz über …» heisst der Auftrag: «Lass dir von KI zwei Entwürfe machen, vergleiche sie und begründe, welchen du überarbeitest.»
    • Bewertet werden Vergleich und Begründung.

    ReferenzUN-Wissenschaftsgremium für KI (Juli 2026): Übernimmt KI die Denkarbeit, leidet das kritische Denken («cognitive offloading»).

  4. Beispiel

    • Einmal pro Quartal die Übung «Finde den Fehler»: Die Klasse prüft eine KI-Antwort mit Lehrmittel und Quellen.
    • Bei offenen Aufträgen entscheiden Lernende selbst, ob KI hilft oder ob sie selber denken.

    ReferenzEU/OECD, AILit (Juni 2026): Auch der bewusste Verzicht auf KI kann eine verantwortungsvolle Entscheidung sein.

5Chancengerechtigkeit und Rahmen

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  1. Beispiel

    • Die Tools laufen über Schulkonten, auch auf Schulgeräten.
    • Wer zu Hause wenig Technik hat, übt im Schulhaus, zum Beispiel in der Mediothek über Mittag.

    ReferenzEdTech Hub (Juli 2025): Das wahrscheinlichste von fünf Szenarien ist eine grössere Bildungskluft (Studie für Länder mit tiefem und mittlerem Einkommen).

  2. Beispiel

    • Elternbriefe, Bilder und Texte mit KI tragen den Vermerk «mit KI erstellt».
    • Ein Chatbot auf der Website stellt sich als Chatbot vor.

    ReferenzEU AI Act, Art. 50: in der EU Pflicht seit 2.8.2026. Für Schweizer Schulen gute Praxis.

  3. Beispiel

    • Die KI-Koordination verfolgt die Mitteilungen der kantonalen Bildungsdirektion und von educa.
    • Zweimal im Jahr prüft sie, was neu gilt, und informiert die Schulleitung.

    ReferenzSBFI: An der Volksschule sind die Kantone zuständig. Der Bundesrat will die KI-Konvention des Europarats ratifizieren, Vorlage angekündigt bis Ende 2026.

  4. Beispiel

    • Private Schulen mit Lernenden oder Kursen in der EU lassen ihre Pflichten einmal prüfen, besonders bei KI für Zulassung und Bewertung.

    ReferenzEU AI Act, Art. 2: gilt auch ausserhalb der EU, sobald KI-Systeme oder ihre Ergebnisse dort genutzt werden.

Vier Abläufe zum Übernehmen

Als Vorlage gedacht. Passen Sie Namen, Fristen und Gremien an Ihre Schule an.

ANeues KI-Tool einführen

  1. Die Lehrperson meldet das Tool bei der KI-Koordination: Name, Zweck, Klasse.
  2. Datenschutz-Check: Wo liegen die Daten? Braucht es Konten der Lernenden? Welche Altersgrenze gilt? Bei offenen Fragen hilft die kantonale Fachstelle.
  3. Pilot mit einer Klasse, vier bis sechs Wochen.
  4. Kurze Auswertung im Team: Was hat es gebracht, was hat gestört?
  5. Die Schulleitung gibt frei und trägt das Tool in die Liste ein, oder der Pilot endet.

BKI-Regeln für einen Leistungsnachweis

  1. Ampelfarbe festlegen und auf den Auftrag schreiben.
  2. Bei Gelb die Deklaration vorgeben: zwei Sätze, welches Tool, wofür.
  3. Gespräch nach der Abgabe einplanen: Die Lernenden erklären zwei Stellen.
  4. Bei der Bewertung zählen Denkweg und Begründung mit.

CVerdacht auf unerlaubten KI-Einsatz

  1. Zuerst das Gespräch: Die lernende Person erklärt ihre Arbeit und den Weg dahin.
  2. Unterlagen zusammentragen: Ampelfarbe des Auftrags, Deklaration, Notizen aus dem Gespräch. Ein KI-Detektor zählt höchstens als Hinweis.
  3. Entscheid nach dem Reglement der Schule. Bei Minderjährigen werden die Eltern informiert.
  4. Den Fall anonym in der Steuergruppe besprechen und die Regel bei Bedarf schärfen.

DSemester-Review

  1. Die Steuergruppe geht die Checkliste durch, 30 Minuten.
  2. Drei Punkte fürs nächste Semester auswählen, je mit Name und Termin.
  3. Kurzinfo ans Kollegium und in den nächsten Elternbrief.

Datenherrschaft: Wo liegen die Daten Ihrer Schule?

  • Öffentliche Schulen unterstehen in der Regel dem kantonalen Datenschutzrecht, private Schulen dem Datenschutzgesetz des Bundes (DSG).
  • Wer Personendaten ins Ausland gibt, braucht nach DSG ein angemessenes Schutzniveau im Zielland oder geeignete Garantien (Art. 16).
  • Anbieter mit Rechenzentren in der Schweiz machen das einfacher. Ein Beispiel ist Infomaniak aus Genf: kSuite für Mail und Dokumente, Euria als KI-Assistent, Webhosting.
  • Für den Einsatz an Ihrer Schule prüfen Sie Auftragsverarbeitungsvertrag und Bedingungen des Anbieters.
  • Auch diese Checkliste läuft bei Infomaniak in der Schweiz. Schriften und Grafiken liegen auf demselben Server.

Referenzen

  1. UK Government Office for Science, AI Scenarios 2030 (Juni 2026)
  2. Centre for Future Generations, The future of AI: Five possible scenarios (Juli 2025)
  3. EdTech Hub, AI and Education Systems in 2035 (Juli 2025)
  4. UN-Wissenschaftsgremium für KI, Preliminary Report (1. Juli 2026)
  5. UNESCO, The algorithm in the room (8. September 2026)
  6. SBFI/EDK, PISA 2025 (8. September 2026)
  7. SBFI, Künstliche Intelligenz im BFI-Bereich
  8. Bundeskanzlei, Regulierung von KI
  9. EU AI Act, Verordnung (EU) 2024/1689
  10. Zeitplan AI Act nach Digital Omnibus, VO (EU) 2026/1744 (FPF)
  11. EU/OECD, AI Literacy Framework AILit (18. Juni 2026)
  12. Datenschutzgesetz DSG, SR 235.1 (Fedlex)
  13. Infomaniak, Euria: der souveräne KI-Assistent (Anleitung)

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